Die frühere Lösung mit SAN-Nummern (Standard-Artikelnummern) wurde in Österreich durch die HPID ersetzt und wird nicht mehr aktiv gepflegt.
Strichcodes für variable Preise und Gewichte
So kennzeichnen Sie frische und flexible Produkte eindeutig und effizient.
Nicht alle Produkte haben einen festen Preis oder ein fixes Gewicht. Gerade bei frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Käse unterscheidet sich jede Packung ein wenig. Damit diese Artikel trotzdem einfach an der Kasse erfasst werden können, gibt es spezielle Strichcodes für variable Endverbrauchseinheiten. Sie sorgen dafür, dass Gewicht oder Preis automatisch berücksichtigt werden – schnell, zuverlässig und fehlerfrei.
Grundlagen: EAN & GTIN
Die Globale Artikelnummer (GTIN) – meist bekannt als EAN-13-Strichcode – ist der Standard im Handel zur Identifikation von Produkten.
- Normale Artikel: feste Nummer, fester Preis, eindeutig.
- Variable Artikel: zusätzlich zum Artikelcode wird Gewicht oder Preis direkt im Strichcode verschlüsselt.
So können auch unterschiedliche Packungen desselben Produkts korrekt abgerechnet werden.
Instore-Nummern für variable Artikel
Manchmal vergibt der Handel eigene Nummern für Artikel, die nicht vom Hersteller mit einer festen Artikelnummer versehen wurden. Diese sogenannten Instore-Nummern beginnen mit dem Präfix „2“ oder „20“.
- Sie sind nur innerhalb eines Handelsunternehmens gültig.
- Sie dienen der internen Kennzeichnung von Produkten, die ausschließlich in diesem Markt oder Handelsunternehmen angeboten werden.
- Sie ermöglichen zusätzlich eine Kennzeichnung für frisch im Markt abgepackte Ware mit variablen Merkmalen wie Gewicht oder Preis.
Damit solche Artikel auch an der Kasse automatisch verarbeitet werden können, braucht es besondere Varianten der Strichcodes. Diese können neben der Artikelnummer auch das Gewicht oder den Preis direkt im Code abbilden. Auf diese Weise wird beim Scannen sofort der richtige Verkaufspreis berechnet – ohne manuelle Eingaben.
Instore-Präfixe im deutschen Handel (EAN-13)
Im österreichischen Handel sind die Präfixe 20 bis 29 für sogenannte Instore-Codes reserviert. Damit können Händler Produkte auszeichnen, die keine vom Hersteller vergebene GTIN besitzen – etwa Eigenmarken, frische Ware oder variable Artikel. Zusätzlich lassen sich Preis, Gewicht oder Stückzahl direkt im Strichcode abbilden.
Begriffserklärungen
Instore-Artikelnummer (HPID)
Die Instore Hersteller-Produkt-ID (HPID) ist eine fünfstellige Nummer, die von GS1 Austria vergeben wird und österreichweit eindeutig ist. Sie dient der Kennzeichnung von mengenvariablen Produkten mit Preis oder Gewicht.
Handelsinterne Nummer
Diese fünfstellige Nummer wird vom jeweiligen Handelsunternehmen selbst vergeben und gilt nur intern. Sie wird verwendet, wenn ein Produkt nicht über eine HPID gekennzeichnet wird.
Übersicht der Präfixe
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20 – Instore-Artikelnummer
Für interne Artikelnummern mit festem Preis. Wird genutzt, wenn ein Produkt keine Hersteller-GTIN hat, etwa Eigenmarken oder Handelsware, die nur im jeweiligen Unternehmen verkauft werden. -
21 – Handelsinterne Nummer + Gewicht (kg)
Händlernummer plus Gewicht. -
22 – Handelsinterne Nummer + Preis (€)
Händlernummer plus Endpreis. Preis wird direkt aus dem Code gelesen. -
23 – HPID + Preis (€)
Strichcode enthält Präfix 23, HPID sowie den Preis. -
24 – Abteilungspreis
Händlernummer plus Gesamtpreis einer Bedienabteilung (z. B. Theke). Beim Scannen wird der Abteilungsbetrag übermittelt. -
27 – HPID + Gewicht (kg)
Strichcode enthält Präfix 27, HPID sowie das Gewicht. -
28 – Handelsinterne Nummer + Stückzahl
Händlernummer plus Anzahl der verkauften Stück.
Hinweis
Wie finde ich die richtige Nummer für mein Produkt?
Für Unternehmen, die ein Produkt mit variablem Gewicht, Preis oder Stückzahl auszeichnen möchten, ist der Ablauf im Grunde einfach. Es empfiehlt sich, Schritt für Schritt wie folgt vorzugehen:
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Mit dem Händler sprechen
Zuerst sollte der Händler gefragt werden, in welchem Format die Nummer im Strichcode erscheinen soll. Er entscheidet, ob:-
der Preis im Code stehen soll (Präfix 22 oder 23),
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das Gewicht enthalten sein soll (Präfix 21 oder 27), oder
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die Stückzahl verschlüsselt werden soll (Präfix 28).
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Handelsinterne Nummer verwenden (wenn möglich)
Am einfachsten ist es, eine handelsinterne Nummer zu nutzen. Diese Nummer vergibt der Händler selbst, sie ist kostenlos und gilt nur in dessen System. Am besten direkt den Händler kontaktieren und sich die entsprechende Nummer geben lassen. -
HPID beantragen (falls erforderlich)
Wenn der Händler auf eine HPID besteht, muss diese bei GS1 Austria beantragt werden. Die HPID ist eine fünfstellige Nummer, österreichweit eindeutig und wird mit den Präfixen 23 (Preis) oder 27 (Gewicht) genutzt. Im Gegensatz zur handelsinternen Nummer fallen für die HPID jährliche Gebühren an – sie ist daher die teurere Variante und sollte nur dann gewählt werden, wenn keine handelsinterne Lösung möglich ist. -
Zusammensetzen des Codes
Der endgültige Strichcode besteht aus:-
dem passenden Präfix (je nach Anforderung Preis, Gewicht oder Stückzahl),
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der handelsinternen Nummer oder der HPID,
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sowie der variablen Angabe (Preis, Gewicht oder Stückzahl).
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So entsteht ein eindeutiger EAN-13 Strichcode, mit dem das Produkt an der Kasse automatisch verarbeitet werden kann.
Technische Umsetzung im Strichcode
Die Kennzeichnung erfolgt in der Regel über den EAN-13-Strichcode. Dieser setzt sich zusammen aus:
- Präfix (z. B. 22 für Preis oder 28 für Gewicht)
- Artikelnummer (Handelsinterne Nummer oder Standard-Artikelnummer SAN-4)
- Preis-, Gewichts- oder Stückzahlangabe
- Prüfziffer (zur Sicherstellung der Lesbarkeit)
Damit die Codes an der Kasse zuverlässig funktionieren, gibt es Vorgaben zur Druckqualität und Symbolgröße.
Vorteile für Handel und Industrie
- Schnelle Abwicklung an der Kasse – Preisberechnung erfolgt automatisch beim Scannen.
- Fehlervermeidung – kein manuelles Eintippen nötig.
- Einheitliche Abläufe – klare Prozesse für feste und variable Artikel.
Fazit
Strichcodes für variable Gewichte und Preise sorgen für eine reibungslose Abwicklung im Handel. Sie ermöglichen klare Prozesse, automatische Preisberechnung und eine zuverlässige Kennzeichnung – egal ob im Supermarkt, an der Frischetheke oder bei Eigenmarken.